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GEMA-Ausschüttungen in Zahlen: Wohin 1,13 Milliarden fließen

Die GEMA nahm 2024 rund 1,33 Milliarden Euro ein und schüttete 1,13 Milliarden Euro an Rechteinhaber aus. Der Rest ist Verwaltung: Der Kostensatz lag bei 14,9 Prozent, dem bisher niedrigsten Wert.

Lena BrandtLena Brandt Veröffentlicht: 07.09.2026 Aktualisiert: 01.09.2026
Zusammenfassung Quellen geprüft

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Der Gesamtertrag der GEMA lag 2024 bei 1,33 Milliarden Euro nach 1,277 Milliarden Euro im Vorjahr.
  • Ausgeschüttet wurden 1,13 Milliarden Euro an die Rechteinhaber.
  • Der Kostensatz sank auf 14,9 Prozent, den niedrigsten Wert der Geschichte.
  • Die GEMA hat rund 98.000 Mitglieder und vertritt über zwei Millionen Rechteinhaber weltweit.
  • Live und öffentliche Wiedergabe brachten 502,0 Millionen Euro, ein Plus von 13,1 Prozent.
  • Online lag mit 310,1 Millionen Euro nahezu unverändert.
  • Rundfunk und Fernsehen brachten 308,4 Millionen Euro, ein Plus von 1,2 Prozent.
  • Aus dem Ausland kamen 87,8 Millionen Euro, ein Plus von 6,9 Prozent.
  • Vervielfältigungen brachten 45,7 Millionen Euro, ein Plus von 2,2 Prozent.
  • 2023 lag der Gesamtertrag bei 1,277 Milliarden Euro, damals bei einem Kostensatz von 15,2 Prozent.
  • Digitale Nutzungen machen rund 23 Prozent der Gesamteinnahmen aus.
  • Die Kommission im Onlinebereich sinkt 2026 von 10 auf 9 Prozent und 2027 auf 7 Prozent.
  • Bei Aufführung und Sendung gehen 64 Prozent an den Komponisten und 36 Prozent an den Textdichter.
  • Bei mechanischer Vervielfältigung gilt fest 50 zu 50, der Verlag erhält 40 Prozent.
  • Weltweit sammelten die Verwertungsgesellschaften 2024 rund 13,97 Milliarden Euro ein.

Kaum eine Institution im deutschen Musikleben wird so oft erwähnt und so selten in Zahlen betrachtet wie die GEMA. Die folgenden Angaben stammen im Kern aus den Geschäftsberichten der Gesellschaft selbst sowie aus dem Gesetz, das ihre Arbeit regelt.

Was eingenommen und was ausgeschüttet wird

1. Der Gesamtertrag lag 2024 bei rund 1,33 Milliarden Euro, nach 1,277 Milliarden Euro im Vorjahr.1

2. An die Rechteinhaber ausgeschüttet wurden davon 1,13 Milliarden Euro.2

3. Die Differenz ist im Wesentlichen der Verwaltungsaufwand: Der Kostensatz sank auf 14,9 Prozent, den niedrigsten Wert in der Geschichte der Gesellschaft.3

4. Zum Vergleich das Vorjahr: 2023 lag der Gesamtertrag bei 1,277 Milliarden Euro, ein Plus von 8,4 Prozent, bei einem Kostensatz von 15,2 Prozent.4

5. Hinter diesen Summen stehen rund 98.000 Mitglieder, über die Verträge mit Schwestergesellschaften vertritt die GEMA mehr als zwei Millionen Rechteinhaber weltweit.5

Woher das Geld kommt

6. Größte Sparte ist die Live-Musik und öffentliche Wiedergabe mit 502,0 Millionen Euro, ein Plus von 13,1 Prozent.6 Das ist der Bereich von Konzerten, Clubs, Gastronomie und Handel.

7. Der Onlinebereich lag mit 310,1 Millionen Euro nahezu unverändert auf Vorjahresniveau.7 Streaming wächst also nicht mehr automatisch mit.

8. Rundfunk und Fernsehen brachten 308,4 Millionen Euro, ein Plus von 1,2 Prozent.8

9. Aus dem Ausland flossen 87,8 Millionen Euro zurück, ein Plus von 6,9 Prozent.9

10. Die klassische Vervielfältigung, also Tonträger, kam auf 45,7 Millionen Euro, ein Plus von 2,2 Prozent.10 Die einst wichtigste Sparte ist heute die kleinste.

11. Über alle Sparten hinweg entfallen inzwischen rund 23 Prozent der Gesamteinnahmen auf digitale Nutzungen.11

12. Für diesen Bereich sinkt die einbehaltene Kommission 2026 von 10 auf 9 Prozent und 2027 weiter auf 7 Prozent.12

Wie das Geld unter den Beteiligten aufgeteilt wird

13. Im Bereich Aufführung und Sendung gilt als Grundverteilung 64 Prozent für den Komponisten und 36 Prozent für den Textdichter.13

14. Abweichende Vereinbarungen sind möglich, aber begrenzt: Dem Komponisten müssen mindestens 35,20 und dem Textdichter mindestens 19,80 Anteile bleiben. Ist ein Verlag beteiligt, erhält dieser zusätzlich 33,33 Prozent des Urheberanteils.14

15. Bei der mechanischen Vervielfältigung gilt dagegen fest 50 zu 50 zwischen Komponist und Textdichter, der Verlagsanteil beträgt hier 40 Prozent.15

16. Dass überhaupt verteilt werden kann, setzt eine Rechtsgrundlage voraus: § 49 des Verwertungsgesellschaftengesetzes verpflichtet die Verwertungsgesellschaft, die Einnahmen nach festen Regeln und zeitnah zu verteilen.16

17. Praktisch wichtig ist außerdem die sogenannte GEMA-Vermutung: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 5. Juni 1985, I ZR 53/83) spricht bei öffentlicher Musiknutzung eine tatsächliche Vermutung dafür, dass GEMA-pflichtiges Repertoire gespielt wurde. Der Veranstalter muss das Gegenteil beweisen, nicht die GEMA den Verstoß.17

Wie sich das international einordnet

18. Weltweit sammelten die im Dachverband CISAC organisierten Verwertungsgesellschaften 2024 rund 13,97 Milliarden Euro ein, ein Plus von 6,6 Prozent.18 Die GEMA allein steht damit für knapp ein Zehntel des weltweiten Aufkommens.

Was das für die eigene Feier bedeutet

Für private Feiern im geschlossenen Kreis fällt in aller Regel keine GEMA-Gebühr an, öffentlich zugängliche Veranstaltungen sind dagegen meldepflichtig. Für ein selbst gedichtetes Lied auf eine gemeinfreie Melodie gilt: Die Melodie ist frei, der neue Text gehört den Verfassern. Genau das ist unser Ansatz, wenn wir für einen Anlass einen neuen Text auf eine bekannte Melodie schreiben, etwa für Geburtstage oder eine Hochzeit.

Wer wissen will, was am anderen Ende der Wertschöpfungskette gezahlt wird, findet die Zahlen im Beitrag zum DJ-Gehalt.

Häufige Fragen

Wie viel schüttet die GEMA im Jahr aus?

2024 schüttete die GEMA rund 1,13 Milliarden Euro an ihre Rechteinhaber aus, bei einem Gesamtertrag von etwa 1,33 Milliarden Euro. Die Differenz ist im Wesentlichen der Verwaltungsaufwand, der Kostensatz lag mit 14,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand der Geschichte.

Aus welchen Bereichen stammen die GEMA-Einnahmen?

Größte Sparte war 2024 die Live-Musik und öffentliche Wiedergabe mit 502,0 Millionen Euro (plus 13,1 Prozent), gefolgt vom Onlinebereich mit 310,1 Millionen Euro (nahezu unverändert) und Rundfunk und Fernsehen mit 308,4 Millionen Euro. Aus dem Ausland kamen 87,8 Millionen, aus der Vervielfältigung 45,7 Millionen Euro.

Wie wird das Geld zwischen Komponist, Textdichter und Verlag aufgeteilt?

Bei Aufführung und Sendung gilt als Grundverteilung 64 Prozent für den Komponisten und 36 Prozent für den Textdichter; ein beteiligter Verlag erhält zusätzlich 33,33 Prozent des Urheberanteils. Bei der mechanischen Vervielfältigung wird fest 50 zu 50 geteilt, der Verlagsanteil beträgt dort 40 Prozent.

Was ist die GEMA-Vermutung?

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 5. Juni 1985, I ZR 53/83) spricht bei öffentlicher Musiknutzung eine tatsächliche Vermutung dafür, dass GEMA-pflichtiges Repertoire gespielt wurde. Die Beweislast liegt damit beim Veranstalter, der belegen müsste, dass ausschließlich freie Musik lief.

Wie groß ist die GEMA im internationalen Vergleich?

Die im Dachverband CISAC organisierten Verwertungsgesellschaften sammelten 2024 weltweit rund 13,97 Milliarden Euro ein. Mit 1,33 Milliarden Euro Gesamtertrag steht die GEMA damit für knapp ein Zehntel des weltweiten Aufkommens.

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APA Lena Brandt. (2026). GEMA-Ausschüttungen in Zahlen: Wohin 1,13 Milliarden fließen. Liedumdichten. https://liedumdichten.de/blog/gema-ausschuettung/
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Quellen

  1. GEMA (gema.de)
  2. GEMA (gema.de)
  3. GEMA (gema.de)
  4. GEMA (gema.de)
  5. GEMA (gema.de)
  6. GEMA (gema.de)
  7. GEMA (gema.de)
  8. GEMA (gema.de)
  9. GEMA (gema.de)
  10. GEMA (gema.de)
  11. GEMA (gema.de)
  12. GEMA (gema.de)
  13. GEMA Hilfe-Center (gema.de)
  14. GEMA Hilfe-Center (gema.de)
  15. GEMA Hilfe-Center (gema.de)
  16. § 49 Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG), Verteilung der Einnahmen (gesetze-im-internet.de)
  17. dejure.org (dejure.org)
  18. CISAC (cisac.org)