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Kirchenmusiker in Zahlen: Stellen, Chöre und Vergütung

Die evangelische Kirche beschäftigte 2020 rund 1.876 hauptamtliche Kirchenmusiker, die katholische 2021 rund 1.400. Ihnen stehen allein auf katholischer Seite 12.877 nebenamtliche gegenüber. Kirchenmusik ist zahlenmäßig vor allem ein Nebenamt.

Lena BrandtLena Brandt Veröffentlicht: 11.09.2026 Aktualisiert: 01.09.2026
Zusammenfassung Quellen geprüft

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Die evangelische Kirche hatte 2020 rund 1.876 hauptamtliche Kirchenmusiker.
  • 73 Prozent davon besetzten eine B-Stelle, 27 Prozent eine A-Stelle.
  • Trotz 14,4 Prozent Mitgliederverlust seit 2010 sank die Zahl nur um 3,5 Prozent.
  • Die Zahl der Vollzeitstellen stieg im selben Zeitraum sogar um 4,2 Prozent.
  • Auf A- und B-Stellen entfielen 2020 über 1.620 Vollzeitäquivalente.
  • Die katholische Kirche beschäftigte 2021 rund 1.400 hauptamtliche Kirchenmusiker, 62 Prozent in Vollzeit.
  • Ihnen standen 12.877 nebenamtliche Kirchenmusiker gegenüber.
  • In 10.081 evangelischen Kirchenchören und Singkreisen sangen 2021 rund 195.000 Menschen.
  • Die EKD zählte 5.362 Posaunenchöre mit rund 72.600 Mitgliedern.
  • Zwischen 2019 und 2021 verlor die evangelische Kirche rund 116.000 Ensemble-Mitglieder, etwa 25 Prozent.
  • Die katholische Kirche zählte 2023 14.439 Ensembles mit knapp 300.000 Mitgliedern.
  • Seit 2019 verlor sie rund 49.000 Sängerinnen und Sänger.
  • In Deutschland sind über 50.000 Orgeln im Einsatz.
  • Rund 400 Orgelbaubetriebe beschäftigen etwa 2.800 Mitarbeiter und 180 Auszubildende.
  • Ein Bistum vergütet nebenamtliche Dienste seit Mai 2025 mit 25 bis 40 Euro je Dienst.
  • 2017 waren 371 Studienplätze in evangelischen Kirchenmusik-Studiengängen besetzt.

Kirchenmusik ist der einzige Musikberuf in Deutschland, der flächendeckend in jeder Gemeinde vorkommt und trotzdem fast nie als Vollzeitstelle. Wer wissen will, was hier verdient wird, muss zuerst zwischen Hauptamt und Nebenamt trennen, denn das ist der eigentliche Unterschied.

Wie viele hauptamtliche Stellen es gibt

1. Die evangelische Kirche in Deutschland beschäftigte 2020 rund 1.876 hauptamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker.1

2. Davon besetzten 73 Prozent eine B-Stelle (1.365 Personen) und 27 Prozent eine A-Stelle.2 A- und B-Stellen unterscheiden sich nach der geforderten Qualifikation und bestimmen die Eingruppierung.

3. Bemerkenswert ist die Entwicklung: Während die evangelische Kirche gegenüber 2010 14,4 Prozent ihrer Mitglieder verlor, sank die Zahl der hauptamtlichen Kirchenmusiker nur um 3,5 Prozent.3

4. Die Zahl der Vollzeitstellen stieg im selben Zeitraum sogar um 4,2 Prozent.4 Die Kirchenmusik wurde also gegen den allgemeinen Trend gestärkt.

5. Auf A- und B-Stellen entfielen 2020 über 1.620 Vollzeitäquivalente, davon 1.132 auf B- und 488 auf A-Stellen.5

6. Die katholische Kirche beschäftigte 2021 rund 1.400 hauptamtliche Kirchenmusiker, davon 62 Prozent in Vollzeit, also 857 Vollzeitstellen.6

7. Diesen standen 12.877 nebenamtliche Kirchenmusiker gegenüber, also fast neunmal so viele, mehr als die Hälfte davon ohne festen Vertrag.7 Wer in Deutschland Orgel spielt, tut das ganz überwiegend nebenberuflich.

Was im Nebenamt gezahlt wird

8. Belastbare bundesweite Honorarsätze gibt es nicht, die Ordnungen sind Sache der Landeskirchen und Bistümer. Ein Beispiel: Im Bistum Eichstätt gelten seit dem 1. Mai 2025 je Dienst, also je Gottesdienst, Trauung oder Beerdigung, 40 Euro für A-, 35 Euro für B-, 30 Euro für C- und 25 Euro für D-Musiker.8

Für wen musiziert wird

9. In 10.081 evangelischen Kirchenchören und Singkreisen waren 2021 rund 195.000 Menschen aktiv.9

10. Dazu kommen 5.362 Posaunenchöre mit rund 72.600 Mitgliedern.10 Das ist eine deutsche Besonderheit, für die es international kaum eine Entsprechung gibt.

11. Der Einbruch der Pandemiejahre ist deutlich messbar: Zwischen 2019 und 2021 verlor die evangelische Kirche rund 116.000 Mitwirkende in ihren Ensembles, etwa 25 Prozent.11

12. Die katholische Kirche zählte 2023 14.439 Chor- und Instrumentalensembles mit knapp 300.000 Mitgliedern, darunter 8.394 Kirchenchöre mit rund 207.000 Mitgliedern.12

13. Auch dort ist der Rückgang erheblich: Seit 2019 verlor die katholische Kirchenmusik rund 49.000 Sängerinnen und Sänger sowie etwa 2.800 Instrumentalisten.13

Das Instrument und sein Handwerk

14. In Deutschland sind über 50.000 Orgeln im Einsatz.14

15. Gebaut und gepflegt werden sie von rund 400 handwerklichen Orgelbaubetrieben mit etwa 2.800 Mitarbeitern und 180 Auszubildenden; dieselbe Quelle nennt 3.500 hauptamtliche Organisten.15 Orgelbau und Orgelmusik sind seit 2017 immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Wer nachrückt

16. Im Studienjahr 2017 waren 371 Studienplätze in evangelischen Kirchenmusik-Studiengängen besetzt, 294 im B- und 77 im A-Studiengang.16 Gemessen an über 1.800 hauptamtlichen Stellen allein auf evangelischer Seite ist das eine schmale Nachwuchsbasis.

Was die Zahlen zusammen ergeben

Die Kirchen halten ihre hauptamtlichen Musikerstellen bemerkenswert stabil, während die Chöre schrumpfen. Das eigentliche Gewicht liegt aber im Nebenamt, wo pro Dienst abgerechnet wird und die Sätze im unteren zweistelligen Bereich liegen. Verwandte Zahlen zu tariflich geregelten Musikberufen stehen im Beitrag zum Orchestermusiker-Gehalt, zur Unterrichtsseite im Beitrag zum Musiklehrer-Gehalt.

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Häufige Fragen

Wie viele hauptamtliche Kirchenmusiker gibt es in Deutschland?

Die evangelische Kirche beschäftigte 2020 rund 1.876 hauptamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, die katholische Kirche 2021 rund 1.400, davon 62 Prozent in Vollzeit. Daneben zählte die katholische Kirche 12.877 nebenamtliche Kirchenmusiker, mehr als die Hälfte davon ohne festen Vertrag.

Was ist der Unterschied zwischen einer A- und einer B-Stelle?

Die Buchstaben bezeichnen die Qualifikationsstufe und bestimmen die Eingruppierung. In der evangelischen Kirche besetzten 2020 rund 73 Prozent der Hauptamtlichen eine B-Stelle und 27 Prozent eine A-Stelle; auf beide zusammen entfielen über 1.620 Vollzeitäquivalente.

Was verdient ein nebenamtlicher Kirchenmusiker pro Gottesdienst?

Bundesweit einheitliche Sätze gibt es nicht, die Vergütungsordnungen sind Sache der Landeskirchen und Bistümer. Als Beispiel gelten im Bistum Eichstätt seit dem 1. Mai 2025 je Dienst 40 Euro für A-, 35 Euro für B-, 30 Euro für C- und 25 Euro für D-Musiker.

Wie viele Kirchenchöre gibt es noch?

In 10.081 evangelischen Kirchenchören und Singkreisen sangen 2021 rund 195.000 Menschen, dazu kamen 5.362 Posaunenchöre mit etwa 72.600 Mitgliedern. Die katholische Kirche zählte 2023 14.439 Ensembles mit knapp 300.000 Mitgliedern. Beide verzeichnen deutliche Rückgänge: evangelisch rund 116.000 Mitwirkende seit 2019, katholisch rund 49.000 Sängerinnen und Sänger.

Wie viele Orgeln gibt es in Deutschland?

Über 50.000 Orgeln sind hierzulande im Einsatz. Gebaut und gepflegt werden sie von rund 400 handwerklichen Orgelbaubetrieben mit etwa 2.800 Mitarbeitern und 180 Auszubildenden. Orgelbau und Orgelmusik sind seit 2017 immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

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Chicago Lena Brandt. “Kirchenmusiker in Zahlen: Stellen, Chöre und Vergütung.” Liedumdichten. 2026. https://liedumdichten.de/blog/kirchenmusiker-gehalt/.

Quellen

  1. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  2. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  3. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  4. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  5. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  6. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  7. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  8. Amt für Kirchenmusik im Bistum Eichstätt (kirchenmusik.bistum-eichstaett.de)
  9. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  10. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  11. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  12. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  13. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)
  14. Kultusministerkonferenz (kmk.org)
  15. Kultusministerkonferenz (kmk.org)
  16. Deutsches Musikinformationszentrum (miz.org)